Krippenbauen -
viel mehr als nur Kultur und Brauchtum?
Mit diesem Thema habe ich mich schon länger auseinandergesetzt. Der Beobachtung, wer sich Aller für den Bau einer Krippe interessiert, war zu entnehmen, das nicht nur Brauchtum oder weil es vielleicht zum guten Ton gehört, die Beweggründe zum Krippenbauen waren, sondern ein inneres Verlangen. Natürlich war die Auseinandersetzung mit der Krippe Anlass ein eigenes Werk zu schaffen.
Bei der Ausstellung waren einige tausend Besucher, unabhängig von Religion und Hautfarbe, die die besonderen Werke bis ins Detail auf sich wirken ließen. Viele davon hatten überhaupt kein religiöses Wissen oder entsprechende Beziehung dazu. Überwältigt von der Darbietung kamen sie oft aus dem Staunen nicht heraus. Vielleicht ein weit her geholter Vergleich - aber so könnte es damals den Hirten ergangen sein. Die ganze Fülle des dargestellten Geschehens scheint auf den Betrachter übergegangen zu sein.
Wenn ich die Gelegenheit habe, beim Krippenbauen anwesend zu sein, dann spüre ich dabei eine besondere Inspiration. Viele Vorstellungen und Details existieren bereits im Kopf des Krippenbauers und werden versucht, handwerklich umgesetzt zu werden. Dazu sind natürlich oftmals Helfer notwendig, doch am Ende wird fast immer die Vorstellung des Krippenbauers verwirklicht.
Was bewirkt so ein vollbrachtes Werk?
Von Beginn an ist man sich bewusst, sich auf etwas Besonderes einzulassen. Es ist eine Herausforderung an all seine Sinne, das nötige Gespür zu entwickeln, mehr mit dem Herz als mit dem Kopf zu arbeiten. Eine Erkenntnis, mit der Kinder scheinbar besser zu Recht kommen als wir Erwachsenen.
Ein Gesetz der Natur „wie Innen so Außen“, kommt zum Tragen und ist deutlich im gemeinschaftlichen Aspekt zu spüren. Sozialer Kontakt, Austausch und Wertschätzung sind positive Erkennungszeichen einer solchen Entwicklung. Wie in jeder kreativen oder schöpferischen Arbeit werden auch hier sehr persönliche Prozesse geweckt, die oftmals geschlummert haben oder unterdrückt wurden. Erstaunt über seine eigene Wirkenskraft, sich zu trauen, so zu sein wie man ist und sich öffnen zu können, gewinnen an Bedeutung.
Einfach gesagt „ Innere Befreiung“.
Und was kommt zum Vorschein – das innere Kind.
Spaß, Humor und Heiterkeit, aber auch kindliche Ehrlichkeit – niemand ist perfekt, aber trotzdem gut!
Unter dem Motto „nicht Perfekt, aber Augenmerk auf das Wesentliche“ soll uns immer wieder der kindliche Aspekt vor Augen geführt werden, das Schlichte und Einfache, wie es wahrscheinlich bei der Urkrippe war, neu zu erwecken und zu entdecken. Mit diesem Vorsatz wird das Wirken auch nach Außen spürbar. Auch Jesus in der Krippe hat nach Außen gewirkt. Er war das Vorbild von Geburt an!
Krippenbauverein Grossarltal
Schriftführer
Ambros Gschwandtl
